Das
DHT-Derivat
Drostanolon erlangte weltweiten Ruhm unter dem Handelsnamen Masteron
von Sarva-Syntex. Auch wenn dieses Präparat seit 1997 nicht
mehr hergestellt wird - spricht man von Masteron, weiß sofort
jeder, worum es geht.
Erstmals
im Jahre 1959 synthetisiert, erfolgte die Einführung als
verschreibungspflichtiges Medikament knapp 10 Jahre später in
Form von Drolban. Das Einsatzgebiet war damals bis zum Verschwinden
offizieller Drostanolon Präparate im Jahre 1997 inoperabeler
Brustkrebs bei Frauen, was auch erklärt, warum diesem
Wirkstoff ein antiöstrogener Effekt nachgesagt wird. Nur ein
weiterer Mythos oder ein klarer Fakt? Eher letzteres, da Drostanolon
(wie das DHT auch) an die Östrogenrezeptoren bindet und diese
dann für Östrogene blockiert, sodass diese nicht mehr
aktiv werden können.
Dies
ist einer der Gründe, warum Athleten bei der Verwendung von
Drostanolon an Muskelhärte gewinnen. Ein weiterer ist in der
leicht diuretischen Wirkung zu finden, da Drostanolon (wie z.B.
Stanozolol) zudem auch an den Aldosteron-Rezeptor bindet, der
für den Wasserhaushalt innerhalb der Zellen zuständig
ist. Das Einsatzgebiet von Drostanolon stellt somit vorrangig die
Wettkampfvorbereitung dar, wo es in der Regel zusammen mit Testosteron
Propionat, Trenbolon und/oder Stanozolol kombiniert wird.
Drostanolon
wird als Injektion verabreicht, hier sind zwei verschiedene Versionen
auf dem Steroid-Schwarzmarkt erhältlich: das Drostanolon
Propionat und das Drostanolon Enantat. Drostanolon Propionat (Masteron)
weist eine Halbwertszeit von ca. einem Tag auf und muss für
eine optimale Wirkungsentfaltung daher alle ein bis zwei Tage
injiziert werden. Relativ neu ist das Drostanolon Enantat mit einer
Halbwertszeit von ca. fünf bis sechs Tagen, was
längere Injektionsintervalle erlaubt. Gängig sind
sind hier Injektionen alle 3-5 Tage. Da Drostanolon als DHT-Derivat
nicht zu Östrogenen oder anderen weiblichen Hormonen
aromatisieren kann, ist es im Endeffekt egal, welche der beiden
Veresterungen benutzt werden. Wettkampf-Bodybuilder in Vorbereitung
bevorzugen dennoch häufig Drostanolon Propionat, dies wohl
mehr aus Gewohnheit und dem Irrglauben, dass Kurzzeitester eher die
Form verbessern, heraus.
Zum
Aufbau eignet sich Drostanolon trotz schwacher anaboler Komponente
erfreulicherweise sehr gut. DHT-Derivate wirken positiv auf das
Zentrale Nervensystem, dem limitierenden Faktor beim Aufbau. Die
Erholungsfähigkeit der Muskeln kann mithilfe von Anabolika-
und/oder Insulin-Gaben enorm nach oben geschraubt werden, die
Erholungsfähigkeit des ZNS jedoch nicht. Spätestens
nach sechs Wochen hartem Training macht sich dieses mit
Schlafstörungen, allgemeiner Unruhe, Lustlosigkeit und
erhöhter Anfälligkeit für Krankheiten
bemerkbar. Einzig DHT-Derivate können hier etwas Abhilfe
schaffen, allen voran das DHT selbst (z.B. in Form von methyliertem
DHT, bekannt als ehemaliges DDR-Dopingmittel Mestanolon). Aber auch
Drostanolon erweist sich hier als enorm hilfreich. Durch
regelmäßige Injektion von Drostanolon
während einer Aufbaukur kann die Regeneration
gefördert und die Trainingsleistung langfristig verbessert
werden.
Die
androgene Komponente des Drostanolon wird allgemein als sehr hoch
angegeben, was jedoch mit Vorsicht zu genießen ist. Die
Tatsache, dass an Brustkrebs leidende Frauen oftmals ein Jahr und
länger mit Drostanolon behandelt wurden, ohne merkliche
Vermännlichungserscheinungen davonzutragen, spricht
für eine eher schwache Androgenität dieses Steroids.
Der Grund, warum Drostanolon allgemein als stark androgen bezeichnet
wird, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit am immensen Kraftzuwachs, der
häufig während der Anwendung beobachtet wird. Dieser
dürfte jedoch ein indirektes Ergebnis der positiven Wirkung
des Drostanolon auf das Zentrale Nervensystem, weniger der androgenen
Komponente sein.
Drostanolon
wirkt dank intramuskulärer Gabe nicht hepatotoxisch, eine
Leberbelastung ist bei der Anwendung somit nicht zu erwarten. Von
Haarausfall und fettiger Haut oder Akne wird häufig berichtet,
bei DHT-Derivaten sollte zudem regelmäßig die
Prostata einem Check unterzogen werden. Die Blutfettwerte verschieben
sich bei Langzeitanwendung aufgrund fehlender
Östrogenaktivität ins Negative und Bluthochdruck ist
ebenfalls ein Thema. So positiv Drostanolon sich in den Augen der
Anwender auch auswirken mag, so negativ sind auch die
Begleiterscheinungen.
Für
Steroidneulinge wird Drostanolon wenig interessant sein, da dies seine
volle Wirkung erst in Kombination mit anderen Steroiden entfaltet.
Frauen verwenden Drostanolon ebenso selten, da hier in der Regel eher
Boldenon, Oxandrolon oder Nandrolon zum Einsatz kommen.
Wettkampf-Athleten hingegen lieben Drostanolon als potente
Diäthilfe, aber auch als Zugabe zu Aufbaukuren erlangt
Drostanolon immer mehr Popularität. Die Gründe wurden
zuvor bereits genannt.
Die
gängige Dosierung liegt bei 50-100mg Drostanolon Propionat
jeden bis jeden zweiten Tag bzw. bei 250-500mg Drostanolon Enantat alle
drei bis fünf oder 250-750mg alle sieben Tage.
Drostanolon
ist offiziell weder in der Propionat- noch in der Enantat- oder
sonstiger Form erhältlich. Alle beziehbaren Präparate
entstammen Homebrewern oder Untergrundlaboratorien.