Fluoxymesteron



Fluoxymesteron ist eines der am meisten missverstandenen und gehypten anabolen/androgenen Steroide. Erstmalig in Erscheinung getreten im Jahre 1956, kam es bereits kurze Zeit später in Form des weltweit bekannten Medikaments Halotestin zum Schutz vor katabolen Zuständen bei Verbrennungen, Fehlernährung oder auch Langzeitnutzung des Corticosteroids Cortison zum Einsatz. Hier wurde es beiden Geschlechtern verschrieben, den Frauen speziell bei abnormalen Blutungen im Uterus und fortgeschrittenem Brustkrebs.

Als Testosteron-Derivat soll es zirka fünf mal so anabol und androgen wie  Methyltestosteron wirken, was jedoch mit sehr großem Abstand betrachtet werden sollte. Fluoxymesteron ist weder ein sonderlich anaboles noch androgenes Wunder. Zwar wird es mittels 5-Alpha-Reduktase zu DHT umgewandelt, was eine gewisse androgene Wirkung erklärt, diese fällt jedoch nicht so stark aus, wie so manch ältere Publikation oder Anwenderbericht glauben machen und mit großen Kraftsteigerungen und erhöhter Aggressivität untermauern will.

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Da Fluoxymesteron erwiesenermaßen zum einen die Cortisolentstehung und zum anderen die Bindung an die entsprechenden Rezeptoren behindert, leiden Anwender dieses Steroids an weitaus geringeren Cortisolspiegeln als jene, die gar nicht oder vielleicht mit anderen Steroiden dopen, wobei die meisten dennoch eine mehr oder weniger ähnliche Auswirkung auf den Organismus haben. Und laut klinischen Studien steht ein geringer Cortisolspiegel in direkter Verbindung mit erhöhter Aggressivität. Das fehlende Teil des Puzzles, nämlich die ernormen Kraftsteigerungen, die mit Fluoxymesteron zu erzielen sind, können ebenso leicht mit dem geringeren Cortisolspiegel erklärt werden, da dieses Cortikosteroid abbauend auf den Organismus wirkt.

Was ebenfalls gegen die hohe Androgenität spricht, die dem Fluoxymesteron angedichtet wird, ist der Fakt, dass Anwender nur selten über hierfür typische Nebenwirkungen wie fettige Haut oder Haarausfall klagen. Als letztes Indiz für die geringere Androgenität dienen weibliche Anwender, die mit Fluoxymesteron dopen oder gedopt haben. Diese berichten von nur minimalen Virilisierungserscheinungen, sofern die Dosierung in einem vernünftigen Rahmen gehalten wurde.

Zurück zur Chemie. Fluoxymesteron ist wie eingangs erwähnt ein Testosteron-Derivat. Es unterscheidet sich vom Testosteron zum einen durch eine 17-alpha-Alkylierung, zum anderen durch das Hinzufügen einer Fluoro-Gruppe und zuletzt durch Anhängung einer 11-Beta-Hydroxyl-Gruppe. Im Klartext bedeutet dies, dass Fluoxymesteron als orales Steroid vor dem vorzeitigen Abbau in der Leber geschützt ist und nicht zu Östrogen konvertieren kann, weshalb es sich als Wettkampf-Steroid bewährt hat.

Hier wirkt es unterstütztend, da es den Anwender zusehend definierter machen kann. Fluoxymesteron bindet, ähnlich wie Drostanolon und Stanozolol, an den Aldosteronrezeptor und entfesselt somit einen diuretischen Effekt.

Lassen wir alle zuvor genannten Information kurz rekapitulieren, so kommen wir zu folgenden Feststellungen: Fluoxymesteron ist ein orales Steroid, das die Passage durch die Leber weitestgehend unbeschadet überlebt. Es erhöht die Aggressivität und erhöht die Kraftleistung. Fluoxymesteron wirkt stark antikatabol und entwässernd. Die anabole ist, genau so wie die androgene Komponente, eher gering einzuschätzen.
Fluoxymesteron

Doping mit Fluoxymesteron macht somit im Grunde nur während einer Wettkampfvorbereitung bzw. Diät wirklich Sinn. In Aufbauphasen entfaltet es zwar auch eine kraftsteigernde Wirkung, welche jedoch durch die Leberbelastung getrübt wird. Hier gibt es andere Steroide mit weniger Nebenwirkungen, die sich bei Fluoxymesteron neben der bereits erwähnten Leberbelastung besonders einer negativen Verschiebung der Blutfettwerte äußern. Die körpereigene Hormonproduktion wird durch Fluoxymesteron natürlich ebenfalls alles andere als positiv beeinflusst, jedoch nicht annähernd so intensiv, wie seit Jahren behauptet. Fluoxymesteron eignet sich hierdurch auch gut zum Ausklingen  einer Steroidkur.

Die verwendeten Dosierungen liegen bei 30-60mg pro Tag bei Männern und 5-15mg bei Frauen. Steroidneulinge verwenden Fluoxymesteron für gewöhnlich nicht und sollten dies auch nicht. Die maximale Einnahmedauer liegt, wie bei 17-alpha-alkylierten Steroiden üblich, bei 4-8 Wochen, wobei aber auch bis zu 12 Wochen, z.B. während einer Wettkampfvorbereitung gut vertragen werden. Den maximalen Anwendungszeitraum sollten immer regelmäßige Bluttests, weniger Geldbeutel und persönliche Ziele bestimmen.

Die Halbwertszeit von Fluoymesteron wird allgemein mit rund 10 Stunden angegeben, was eine Aufsplittung der Tagesdosierung auf zwei bis drei gleichgroße Gaben sinnvoll macht.

Der Rohstoff Fluoxymesteron ist mit ca. 0,05-0,20 Euro pro Milligramm sehr teuer. Einige wenige offizielle Pharmaunternehmen bieten Fluoxymesteron zwar noch an, der Großteil aller Schwarzmarkt-Präparate wird jedoch von Homebrewern und Untergrundlaboratorien zur Verfügung gestellt. Hierbei sollte besondere Vorsicht walten, da als Basis sehr oft minderwertige Rohstoffe zur Herstellung benutzt werden.