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Metenolon
Das
DHT-Derivat Metenolon, weltweit bekannt unter dem Markennamen Primobolan
(Depot), ist einer der interessantesten Wirkstoffe.
Jahrelang als mildes Steroid angesehen, das selbst Frauen empfohlen
wurde, förderten die letzten Jahre einiges zutage, das die
Meinungen vieler schlagartig änderte, denn so mild ist
Primobolan keineswegs, zumindest nicht in Hinsicht auf potentielle
Nebenwirkungen.
Der anabole
Effekt des Metenolon ist in der Tat alles andere als
überdurchschnittlich. Steroidneulinge, die Metenolon
verwenden, können in einem dreimonatigen Zyklus zwar durchaus
einige Kilogramm an Gewicht aufbauen, im Vergleich mit anderen
Steroiden wie Testosteron oder Dianabol sind solche Ergebnisse jedoch
als eher gering anzusehen. Dies dürfte auch der Grund
dafür sein, warum Primobolan seit jeher als mildes Steroid
angesehen wurde.
Metenolon konnte
erstmalig 1960 synthetisiert werden und kam zwei Jahre später,
also 1962, auf den Markt. Zuerst nur in den USA durch das damalige
Präparat Nibal Depot, welches Metenolon Enantat enthielt,
kurze Zeit später dann von Schering in Westdeutschland. Dort
gab man ihm dann den Namen, unter dem Metenolon fortan weltweit bekannt
werden sollte: Primobolan (Depot). Besonders in europäischen
Ländern stieg der illegale Gebrauch dieses Steroids, was durch
Anwender wie dem legendären Arnold Schwarzenegger als
ultimativem Bodybuilding-Helden der damaligen Zeit indirekt
unterstützt wurde. In den USA konnte Primobolan nie richtig
Fuß fassen, was in erster Linie wohl an der schlechten
Verfügbarkeit lag.
Das eigentliche
Anwendungsgebiet für Primobolan waren abbauende Krankheiten
und Zustände, wie beispielsweise kurz nach einer Operation,
bei Osteoporose oder übermäßiger
Kortikosteroidverwendung. Beschrieben wird das Metenolon als vorrangig
gewebeaufbauendes und nebenwirkungsarmes Steroid. Genau dies ist auch
das Einsatzgebiet von Primobolan bei dopenden Sportlern.
Metenolon kann
auf zwei Wegen verwendet werden: Einmal oral in Form von Metenolon
Acetat (Primobolan) und intramuskulär in Form von Metenolon
Enantat (Primobolan Depot). Metenolon Acetat wird eine 1-Methyl-Gruppe
angehängt, um es zumindest ein wenig vor dem vorzeitigen Abbau
in der Leber zu schützen. Auf eine 17-Alpha-Alkylierung wurde
hier verzichtet, wodurch Primobolan zwar weniger leberbelastend, aber
dafür leider auch weniger potent ist. Bei der oralen Variante
des Metenolon sind sehr hohe Dosierungen von 100-150mg pro Tag
vonnöten, um geringe Fortschritte zu erzielen. Bei der
intramuskulär zu verabreichenden Metenolon Enantat Form jedoch
reicht als Minimaldosis schon 200mg pro Woche aus, wobei generell
zwischen 600 und 1000mg pro Woche von fortgeschrittenen Bodybuildern
bevorzugt werden, in der Regel in Kombination mit zumindest etwas
Depot-Testosteron (z.B. Testosteron Enantat oder Testosteron Cypionat).
Steroidneulingen
wird Primobolan seit jeher als optimales Einsteigersteroid empfohlen,
jedoch wird bei näherer Betrachtung dieses Steroids jedoch
klar, dass es weitaus geeignetere Einstiegs-Steroide als das Metenolon
gibt. In so ziemlich jeder bekannten Publikation über Steroide
als schwach androgen bezeichnet, lässt die Auswertung
Metenolon-spezifischer Studien jedoch eher eine starke androgene
Wirkung vermuten. Die typischen Nebenwirkungen wie Haarausfall, fettige
Haut und Prostatawachstum deuten hierauf ganz klar hin, zumindest dann,
wenn Primobolan in einer wirksamen Dosierung von 600-1000mg pro Woche
injiziert wird. Steroidneulinge und weibliche Anwender, die nur
100-200mg pro Woche injizieren oder 25-150mg von der oralen Form
konsumieren, werden mit Sicherheit weniger von diesen Nebenwirkungen
abbekommen, was den Trugschluss der geringen Androgenität und
Milde dieses Steroids erklärt.
Metenolon kann
von der Struktur her nicht aromatisieren, weshalb
östrogenbedingte Nebenwirkungen wie erhöhte
Wasserspeicherung und Gynäkomastie nicht zu erwarten sind.
Eher im Gegenteil, denn Primobolan ist für viele
Wettkampf-Bodybuilder ein geschätztes Wettkampf-Steroid, was
bei einem DHT-Derivat jedoch überflüssig zu
erwähnen ist (mit Ausnahme von Oxymetholon).
Als weitere
Nebenwirkungen neben dem zuvor angesprochenen Haarausfall, der fettigen
Haut und dem Wachstum der Prostata, wäre noch ein
ungünstiger Einfluss auf die Blutfettwerte zu nennen, was aber
typisch für Steroide ist, die nicht aromatisieren. Auch wenn
Primobolan, wie zuvor mehrmalig erwähnt, seit jeher als mildes
Steroid angesehen wurde, beeinflusst es die körpereigene
Hormonproduktion dennoch merklich, sodass ein trockenes Absetzen nicht
ratsam erscheint und in der Regel auch nicht mehr praktiziert wird.
Primobolan (die
Tablettenform) von Schering (dem einzigen Hersteller und Markeninhaber
seit Anfang der 60er Jahre) ist nur noch in Japan und
Südafrika erhältlich, während Primobolan
Depot ebenfalls weitestgehend von der Bildfläche verschwunden
scheint. In Europa produziert Schering nur noch in der Türkei
und Spanien, weltweit nur noch in Japan und einigen
südamerikanischen Ländern. Metenolon wird jedoch noch
von einigen Homebrewern und Untergrundlaboratorien angeboten,
für gewöhnlich in Form des Metenolon Enantat.
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