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Methandienon/Methandrostenolon
Methandienon
bzw.
Methandrostenolon (so der Name dieses Testosteron-Derivats in den
Ostblock-Ländern) ist der Wirkstoff des weltweit bekannten
Pharmazeutikums Dianabol, welches im Jahre 1958 durch das
Pharmaunternehmen Ciba Pharmaceuticals unter Mitarbeit des damaligen
Mannschaftsarztes des US amerikanischen Olympiateams in den Verkehr
gebracht worden ist.
Erstmalig 1955
in Erscheinung
getreten, war die Absicht der damaligen Entwickler, ein Steroid zu
kreieren, welches weniger androgen, aber dafür
stärker anabol
als das Master-Hormon Testosteron ist. Mit Methandienon war dies
gelungen, wenngleich die androgene Seite dieses Kultsteroids dennoch
sehr ausgeprägt ist, was die mehr oder weniger stark
ausgeprägten Virilisierungserscheinungen bei weiblichen
Anwendern erklären. In Hinsicht auf weitere potentielle
Nebenwirkungen gelten Wasserspeicherung und Gynäkomastie als
sehr häufig, da Methandienon zu 17-Alpha-Methylestradiol,
einem sehr potenten Östrogen, konvertiert. Problematisch
hieran ist besonders, dass diese Umwandlung durch gängige
Aromatasehemmer wie Anastrozol oder Exemestan nicht unterbunden werden
kann, sodass Anwender das Auftreten dieser Nebenwirkungen nicht
verhindern, sondern lediglich behandeln können, beispielweise
mit Tamoxifen gegen Gynäkomastie.
Weniger Sorgen müssen sich männliche Anwender um
DHT-Nebenwirkungen machen. Zwar kann Dianabol mittels
5-Alpha-Reduktase-Enyzm zu 5-Alpha-Methylmethandrostenolon
konvertieren, allerdings tut es dies nur zu einem sehr geringen Teil,
sodass eine gleichzeitige Anwendung eines entsprechenden
Reduktasehemmers wie beispielsweise Finasterid in der der Regel nicht
vonnöten ist.
Eine weitere Nebenwirkung erklärt sich durch die
17-Alpha-Alkylierung, welche das Dianabol weitestgehend vor einer
Inaktivierung durch die Leber schützt. Hierdurch wird die
Leber einer enormen belastung ausgesetzt, was sich bei
kürzeren Anwendungen von Methandienon nur in erhöhten
Leberenzymwerten, bei Langezitgebrauch allerdings im schlimmsten Fall
in einer Leberschädigung äußern kann. Auch
wenn eine solche Gefahr gegeben ist, so sollte diese jedoch nicht
überbewertet werden. Die Leber ist ein
äußerst regeneratives Organ und erholt sich nach der
Anwendung von Dianabol sehr schnell. Kritisch ist in der Regel nur ein
exzessiver Gebrauch mit hohen Dosierungen und sehr langen
Einnahmeintervallen. Wer Methandienon über vier bis sechs
Wochen mit täglich 45mg verwendet, ist mit
größter Wahrscheinlichkeit auf der sicheren Seite.
Wer jedoch, was im Wettkampf-Bodybuilding keine Seltenheit ist,
zwischen 75 und 100mg pro Tag über 12 Wochen und mehr
verwendet, setzt eines der wichtigsten Organe aufs Spiel. Der ehemalige
Profi-Wrestler Billy Graham benötigte u.a. dank
Langzeitkonsums von Dianabol vor einigen Jahren eine
Lebertransplantation.
Bei allen genannten Nebenwirkungen steht jedoch eines außer
Frage: Dianabol gehört mit zu den effektivsten Steroiden und
hat sich seinen Namen als wahrer Klassiker mehr als verdient. Der stark
muskelaufbauende Effekt steht außer Frage, was nicht zuletzt
daran liegt, dass Methandienon den Cortisolspiegel während der
Anwendung um bis zu 70% reduzieren kann. Cortisol als muskelab- und
fettaufbauendes Hormon ist einer der größten Feinde
von Bodybuildern. Zudem steigert Methandienon auf Grund der
Aromatisation zu 17-Alpha-Methylestradiol die Produktion des stark
gewebeauf- und fettabbauenden Hormons IGF-1, was den regen Einsatz von
Dianabol während Bulk-Phasen erklärt. Wenn hier z.B.
mit hohen Dosen Testosteron kombiniert wird, was ebenfalls zu
Östrogen konvertiert und die IGF-1-Produktion anregt,
fällt der Muskelaufbau umso stärker aus.
Damen, die mit Hilfe von Methandienon aufbauen wollen, verwenden
erfahrungsgemäß eine Tablette (5mg) pro Tag und sind
hiermit noch weitestgehend sicher in Bezug auf potentielle
Nebenwirkungen. Ab 10mg pro Tag erhöht sich das Risiko jedoch
signifikant und die Anwenderin sollte sich darüber
bewußt sein, mit welch starkem Steroid sie dopt. Eine
ehemalige Ms. Olympia, die für ihr extremes Aussehen bekannt
ist, sprach einst von 40-50mg Dianabol pro Tag als gängige
Dosierung für eine Ms. Olympia Anwärterin. Diese
müssen sich dann jedoch auch jeden morgen im Gesicht rasieren,
was nur für die wenigsten eine akzeptable Option darstellt.
Dianabol wird sehr häufig Erstanwendern empfohlen, da es in
Tablettenform kommt und somit leicht anzuwenden ist. Zudem leiden viele
Anabolika-Neulinge anfangs noch unter einer gewissen Spritzen-Phobie,
was auch verständlich ist. Auf Grund der Stärke
dieses Wirkstoffs und der potentiellen Nebenwirkungen ist eine Einnahme
in diesem Stadium jedoch bedenklich. 15-30mg pro Tag werden hier
für gewöhnlich beobachtet und empfohlen.
Fortgeschrittene Anwender und jene, die Wert auf eine große
Kraftentwicklung legen, verwenden Dianabol in einer Dosierung ab 45mg
pro Tag aufwärts. Im Profi-Sport sind Dosierungen von 100mg
pro Tag nicht selten, jedoch auch alles andere als nebenwirkungsfrei.
Die Zuwächse, die mit einer solchen Dosierung zu erreichen
sind, beschreiben die meisten Anwender als phenomenal. Ein bekannter
Wettkampf-Bodybuilder sagte zu diesem Thema einst, dass Sportler, die
weniger als 100mg Dianabol pro Tag einnehmen, die positive Wirkung
dieses Steroids gar nicht beurteilen können.
Auf Grund der relativ kurzen Halbwertszeit von ca. 3,5 bis 5 Stunden,
teilen Anwender ihre tägliche Einnahmemenge für
gewöhnlich auf drei gleichgroße Gaben im
8-Stunden-Abstand auf, was einen gleichmäßigen
Wirkstoffspiegel gewährleistet.
Die Empfehlung, das ganze Jahr über 5-10mg
ausschließlich am frühen Morgen einzunehmen, um den
körpereigenen Hormonhaushalt nicht zu reduzieren, kommt aus
den USA und enthält somit zu 75% Hype. Unser Körper
schüttet morgens zwar eine große Portion Testosteron
aus und eine exogene Zufuhr wird hierbei theoretisch nur
geringfügig bemerkt, dennoch funktioniert diese Empfehlung nur
bedingt, da eine Reduzierung der Eigenproduktion dennoch stattfindet.
Zwar nicht so radikal, wie bei über den Tag verteilten Gaben,
jedoch schon so stark, dass der Sinn dieses Programms in Frage gestellt
werden kann.
Dianabol, bzw. der Wirkstoff Methandienon/Methandrostenolon, ist sowohl
in Tabletten- als auch in Spritzenform erhältlich. Letztere
Variante offiziell nur im Ausland und dort auch nur in der
Veterinärsmedizin oder aber auch weltweit in Form von
Homebrew- und Untergrund-Produkten. Die injizierbare Form hat
gegenüber der oralen den Vorteil, dass das Methandienon
hierbei nur einmal über die Leber abgebaut wird
(gegenüber einer zweifachen, dem so genannten First Pass bei
oraler Gabe), die Belastung dieser somit geringer ausfällt.
Zudem steigt bei intramuskulärer Applikation die
Bioverfügbarkeit, sodass hier gegenüber der oralen
Einnahme ca. 40% weniger Wirkstoff bei gleichen Ergebnissen verwendet
werden kann.
Dianabol, bzw. entsprechende Generika mit dem Wirkstoff
Methandienon/Methandrostenolon, sind offiziell weltweit
verfügbar (mit Ausnahme einiger Länder wie z.B.
Deutschland und weiteren EU-Ländern), am bekanntesten sind
hier die thailändischen Anabol Tablets
(Thais) mit jeweils 5mg, 10mg oder 15mg Methandienon/Methandrostenolon, das bulgarische Naposim mit 5mg Methandienon/Methandrostenolon und das polnische Metanabol mit ebenfalls 5mg pro Tablette. Dianabol-Generika werden aber auch von so
gut wie jedem Homebrewer und Untergrundlaboratorium angeboten.
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