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Nandrolon
Nandrolon
ist eng mit dem Testosteron verwandt. Durch das Fehlen einer
Methylgruppe an Position C-19 ist es chemisch auch als
19-Nortestosteron bekannt. Anwender kennen es eher unter dem weltweit
verbreiteten Präparat Deca Durabolin, welches mit einem
Decanoat-Ester versehenes Nandrolon darstellt.
Deca Durabolin
gehört zusammen mit Testosteron und Methandienon (Dianabol) zu
den beliebtesten Steroiden zu Dopingzwecken, da es ein echtes
Basic-Steroid mit hervorragenden aufbauenden Eigenschaften darstellt.
Im direkten Vergleich mit Testosteron wirkt es fast ebenso anabol,
jedoch weniger stark androgen, begründet durch die Aromatase
zum wirkungsschwächeren Dihydronandrolon (ähnlich der
Aromatase von Testosteron zu Dihydrotestosteron). Aus diesem Grund
treten bei der Verwendung auch weniger androgenbedingte Nebenwirkungen
wie Haarausfall und Prostatabeschwerden aus. Weibliche Anwender wissen
Nandrolon auf Grund genannter geringer Nebenwirkungen ebenso zu
schätzen und verwenden dieses Steroid in Aufbauphasen mit
großem Erfolg.
Erstmalig im
Jahre 1960 dokumentiert, wurde Nandrolon dann 1962 in Form von Deca
Durabolin mit Nandrolon Decanoat als Wirkstoff in den Handel gebracht.
Hersteller und Anbieter war damals wie heute der Pharmakonzern Organon.
Als Anwendungsgebiete wurden Krankheiten und Zustände wie
Gewebeerhalt vor und/oder nach schweren Operationen, Osteoporose und
Wachstumsstörungen bei Minderjährigen genannt. Die
empfohlenen Dosierungen lagen hierbei zwischen 50-100mg alle 3-4
Wochen, was ein Bruchteil der Dosierung gleicht, die dopende Sportler
seit jeher pro Woche injizieren. Wie so oft hatte sich auch beim
Nandrolon herauskristallisiert, dass die Wirkung eines Steroids oftmals
dosisabhängig ausfällt, d.h., dass 200mg Deca
Durabolin pro Woche besser wirken als 100mg und 1000mg besser als 500mg.
Hohe Dosierungen
von 600-1000mg Nandrolon Decanoat pro Woche sind keine Seltenheit, auch
wenn oftmals beschrieben wurde, dass Nandrolon am besten in einer
Dosierung von 4mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche wirkt.
Ein 100kg schweren Athlet müsste demnach mit 400mg Nandrolon
Decanoat pro Woche die besten Aufbauerfolge erzielen. Im Anfangsstadium
stimmt dies sicherlich, jedoch ist zu bezweifeln, dass selbiger Athlet
nach zwei Jahren der regelmäßigen Anwendung mit
genannter Dosierung immer noch aufbauen würde. Wie bei jedem
anderen verwendeten Steroid auch, sind im Laufe der Anwendung
Dosisanpassung so gut wie unumgänglich, sofern das Ziel
kontinuierliches Wachstum heißt. Von diversen
Profi-Bodybuildern ist demnach bekannt, dass sie Nandrolon Decanoat in
einer Dosierung von 1000mg pro Woche in Kombination mit einem
Depot-Testosteron, Methandienon (Dianabol) und Wachstumshormone
verwenden. Vereinfacht werden derartige Dosierungen durchdie
gängigen 100mg Nandrolon Decanoat pro Milliliter
Injektionsflüssigkeit, wobei die Produkte vieler
Untergrundprodukte mittlerweile sogar 200mg und mehr pro Milliliter
enthalten.
Nandrolon wird
als stark anaboles und mittel stark androgenes Steroid eher in Masse-
denn in Diätphasen verwendet. Der Grund hierfür liegt
unter anderem in einer gewissen Progesteronaktivität, die vom
Nandrolon ausgehen. Progesteron ist ein weibliches Hormon, welches
ähnlich wie die bekannteren Östrogene zu
Wasserspeicherung, Fettzunahmen und Gynäkomastie
führen. Speziell letztere Nebenwirkung wird beim Gebrauch von
Nandrolon sehr häufig beobachtet, ebenso wie ein insgesamter
Verlust der Libido und folglich der Manneskraft des Anwenders.
Verhindert werden kann dies teilweise durch Hinzugabe von Testosteron,
wobei die hierfür notwendigen Dosierungen individuell
verschieden sind. Die meisten Anwender berichten von einer Verbesserung
genannten Zustandes durch Hinzugabe der mindestens gleichen Menge an
Testosteron, vorzugsweise der anderthalbfachen bis doppelten.
Weibliche
Anwender bemerken anfangs eher das Gegenteil, nämlich ein
Anstieg der Libido, bedingt durch die mittelstarke
Androgenität des Nandrolon, auf die Frauen sensibler als
Männer reagieren. Dennoch kann es hier auch im Laufe der
Anwendung zu genanntem Libidoverlust kommen.
Generell stellt
Deca Durabolin ein für weibliche Anwender geeignetes Steroid
dar, das für gewöhnlich in Dosierungen zwischen 50
und 200mg pro Woche zur Anwendung kommt, auch wenn viele eher zu
kürzer wirksamen Nandrolon-Veresterungen wie dem
Phenylpropionat tendieren. Sollten die Anwenderinnen
Virilisierungserscheinungen an sich feststellen, ist der Wirkstoff
somit schneller aus dem Körper, während Nandrolon
Decanoat mit einer Halbwertszeit von ca. 6-8 Tagen problematischer in
der Handhabung ist. Für männliche Anwender hingegen
ist dies ein willkommener Umstand, da die Injektionsintervalle somit
großzügig gestaltet werden können. Eine
Injektion alle 5-7 Tage reicht aus, um einen einigermaßen
stabilen Wirkstoffspiegel im Blut aufzubauen und zu halten.
Die
Nebenwirkungen beim Gebrauch von Deca Durabolin fallen
verhältnismäßig gering aus. Haarausfall und
Prostatawachstum sind ebenso selten wie fettige Haut und Akne. Eine
Leberbelastung findet durch die intramuskuläre Gabe und
fehlender Methylierung nicht statt. Lediglich mit zuvor genanntem
Libidoverlust und einer Gynäkomastie muss gerechnet werden.
Gängige Aromatasehemmer wie Anastrozol oder Exemestan stellen
hier keine Hilfe dar, da beschriebene Nebenwirkungen nicht durch
Östrogene, sondern Progesteron hervorgerufen wird. Zwar
aromatisiert Nandrolon zu einem gewissen Teil auch zu
Östrogenen, jedoch in weitaus geringerem Maße als
Testosteron, sodass dies für gewöhnlich kein Problem
darstellt.
Erhältlich
ist Nandrolon mit folgenden Estern und Eigenschaften:
Nach
Injektion des
Nandrolon Decanoat steigt die Wirkung schnell an und erreicht binnen
zwei Tagen die maximale Konzentration im Blut, bleibt danach bis ca.
Tag 8 auf gleichem Niveau, sinkt dann weiter, bis sie dann in etwa. bei
Tag 16 wieder auf dem Ausgangsniveau angelangt ist.
- Nandrolon Phenylpropionat (Durabolin),
Kurzzeitanabolikum mit Halbwertszeit von ca. zwei Tagen
- Nandrolon Laurat (Laurabolin),
Langzeitanabolikum mit Halbwertszeit von ca. 8-10 Tagen
Nandrolon
Laurat ist offiziell ausschließlich in der
Veterinärmedizin in Form von u.a. Laurabolin
erhältlich.
- Nandrolon Hexyloxyphenylpropionat
(Anadur), Langzeitanabolikum mit Halbwertszeit von ca. 8 Tagen
- Nandrolon Undecanoat (Dynabolon),
Langzeitanabolikum mit Halbwertszeit von ca. 7-8 Tagen
Nandrolon
Undecanoat
ist offiziell nur noch in Form von Dynabolon bzw. Dynabolan von zwei
italienischen Herstellern verfügbar.
Am
häufigsten findet Nandrolon Decanoat Anwendung, schlicht aus
dem Grund, weil es am besten zu beschaffen ist und es sich hierbei um
eine Depotform des Nandrolon handelt, das weniger oft injiziert werden
muss, dicht gefolgt vom Kurzzeit-Ester
Nandrolon Phenylpropionat.
Nandrolon ist
offiziell in weitestgehend jedem Land der Welt erhältlich,
zusätzlich decken Homebrewer und Untergrundlaboratorien die
immense Nachfrage nach diesem Steroid ab.
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