Oxandrolon



Oxandrolon ist eines der wenigen Steroide, das mehrheitlich unter dessen Wirkstoffnamen, weniger unter irgendeinem Markennamen bekannt ist. In den USA zwar eher als Anavar (hergestellt von Searle), im Jahre 1962 das erste offiziell erhältlich Oxandrolon-Präparat, bekannt, hat sich dieser Name im Rest der Welt jedoch nicht durchgesetzt. Auch Marken wie Lonavar oder Lipidex haben sich nie durchsetzen können, was vielleicht auch daran liegen mag, dass Medikamente mit Oxandrolon als Wirkstoff nur unregelmäßig in den Apotheken zu finden waren und für ein paar Jahre nur in einigen wenigen kleineren Ländern produziert wurden.

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Dabei handelt es sich bei Oxandrolon um ein sehr interessantes Steroid. Als DHT-Derivat kann es nicht aromatisieren, östrogenbedingte Nebenwirkungen stellen für den Anwender somit kein Problem dar. Auch eine Progesteronwirkung ist bei Oxandrolon nicht zu befürchten, sodass Nebenwirkungen wie erhöhte Wasserspeicherung, Fettansatz und Gynäkomastie praktisch nicht vorhanden sind. Eher im Gegenteil. Oxandrolon ist als vornehmliches Diät-Steroid dafür bekannt, dass es den Anwender beim Fettverlust unterstützt.

Angewendet wird Oxandrolon für gewöhnlich nur oral in Tablettenform. Es ist 17-Alpha-alkyliert, was es vor einem übermäßigen Abbau in der Leber schützt. Hieraus ergibt sich allerdings auch eine gewisse Belastung genannten Organs, die jedoch als mild einzustufen ist. Eine Testreihe mit HIV positiven Probanden konnte bei täglicher Gabe von 80mg über 12 Wochen zwar eine Erhöhung der Leberwerte feststellen, die jedoch in keinster weise auf eine Leberschädigung hinwiesen. Somit gilt Oxandrolon als eines der sicheren 17-Alpha-alkylierten Steroide, was jedoch nciht als Freifahrtschein zum Überdosieren in Bezug auf Wirkstoffmenge und Einnahmedauer angesehen werden sollte.

Oxandrolon wirkt mäßig anabol und nur wenig androgen, weshalb es als empfehlenswertes Steroid für Frauen angesehen wird. In der Tat reagieren weibliche Anwender sehr gut auf eine Oxandrolon-Gabe, was durch nur schwache bis teils komplett ausbleibende Virilisierungserscheinungen untermauert wird, zumindest solange, wie die Anwenderin sich in vernünftigen Dosierungsbereichen zwischen 10 und 25mg pro Tag bewegt und die Kurlänge mit maximal 8 Wochen kurz hält.

Ach Männer werden mit Oxandrolon kaum nennbare Nebenwirkungen erfahren. Wasserspeicherung und Gynäkomastie sind, wie zuvor erwähnt, kein Thema, auch Haarausfall und Prostatawachstum sind unwahrscheinlich. Da Oxandrolon bereits 5-Alpha-reduziert ist, kann es somit nicht mehr in die stärkere Dihydro-Form aromatisieren, was diesem Steroid die androgene Komponente nimmt. Aus diesem grund ist Oxandrolon auch ein favorisierter Wirkstoff für ältere Athleten, die keine großen Nebenwirkungen in Kauf nehmen und dennoch schneller aufbauen wollen.

Wer Oxandrolon während Massephasen einsetzt, wird dank einer speziell bei Oxandrolon stark ausgeprägten Erhöhung der Creatinphoshphat-Synthese, zwar einen guten Kraftzuwachs verspüren, ein extremer Muskelaufbau sollte jedoch nicht erwartet werden, da Oxandrolon hierfür einfach nicht anabol genug ist. Mit höheren als den allgemein empfohlenen Dosierungen können zwar bessere Resultate erzielt werden, jedoch steigen hierbei auch die Nebenwirkungen an, zudem ist Oxandrolon alles andere als ein günstiges Steroid. Wer einen großen Geldbeutel besitzt und potentiellen Nebenwirkungen strotzt, verwendet 75-100mg anstatt der allgemein zu Dopingzwecken empfohlenen 25-40mg Oxandrolon pro Tag, auf Grund der Halbwertszeit von ca. 9 Stunden auf drei gleichgroße Gaben aufgeteilt. Steroidneulinge verwenden Oxandrolon für gewöhnlich nicht, da sich eine wirkungsvolle Kur einfach zu teuer gestaltet. Zwar reizt der Einsatz, da Oxandrolon nicht in das körpereigene Hormonsystem eingreifen und ein Absetzen überflüssig machen soll, jedoch stimmt dies so nicht. Oxandrolon stört wie jedes andere anabole/androgene Steroid auch die endogene Testosteronproduktion, tut dies im Vergleich zu aggressiveren Steroiden und Nandrolon-Abkömmlingen lediglich etwas schwächer, sodass auch hier ein Absetzen am Ende der Kur sinnvoll erscheint.

Oxandrolon wird in Diät- und Wettkampfphasen gerne mit anderen Diät-Steroiden wie Testosteron Propionat, Trenbolon, Stanozolol, Fluoxymesteron (oral, daher nicht empfehlenswert) und/oder Drostanolon kombiniert, zum Aufbau eher mit Depot-Testosteron und Nandrolon, während Oxandrolon hier erst bei hohen Dosierungen zwischen 75 und 100mg einen Unterschied ausmachen wird. Powerlifter und andere Kraftsportler verwenden Oxandrolon ebenfalls gerne mit Depot-Testosteron und/oder Oxymetholon und/oder Dianabol, was auf Grund der oralen Gabe und 17-Alpha-Alkylierung beider Steroide alles andere als ratsam erscheint.

Oxandrolon ist offiziell nur als Exportversion vom italienischen Pharmakonzern SPA (Oxandrolone SPA) und in den USA unter dem Markennamen Oxandrin erhältlich, kann jedoch auf dem Schwarzmarkt problemlos von Homebrewern und Untergrundlaboratorien bezogen werden, oftmals auch in flüssiger Form zum Trinken.