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Stanozolol
Stanozolol
wurde erstmalig 1956 dokumentiert und kurz darauf von Winthrop
Laboratories patentiert. Drei Jahre später waren die ersten
Stanozolol haltigen Medikamente unter dem weltweit bekannten
Markennamen Winstrol
erhältlich. Als Indikation galten damals
Appetitsteigerung und Gewebeaufbau, Behandlung von Osteoporose,
Minderwachstum bei Jugendlichen und Verbesserung des Allgemeinzustandes
bei Älteren. Die Indikationsgebiete wurden mit der Zeit
überarbeitet, sodass derzeit die Behandlung von Osteoporose
und Minderwuchs alleinig übrig geblieben sind. Als
Dopingmittel gelang Stanozolol erstmalig in den 90ern in die
Schlagzeilen, als der Weltstar-Sprinter Ben Johnson positiv auf dieses
Steroid getestet wurde.
Stanozolol ist
ein DHT-Derivat (DHT = Di-hydro-Testosteron) und sowohl in
Tabletten- als auch in Spitzenform
erhältlich, wobei letztere Version besonders in Form von
Winstrol Depot des spanischen Pharmaunternehmens Zambon weltweit
bekannt ist. In beiden Verabreichungsformen ist Stanozolol
17-Alpha-alkyliert, was die Injektion ebenfalls leberbelastend macht,
wenngleich auch nicht in einem solchen Maße wie bei der
oralen Variante, bei der der Wirkstoff die Leber zweimal passiert und
somit belastet, bei der Injektion jedoch nur einmal - allerdings auch
nur dann, wenn Winstrol wirklich injiziert und nicht getrunken wird,
was dank der erwähnten 17-Alpha-Alkylierung zwar
möglich ist, aber dann aufs Selbe herauskommt, als wenn
Tabletten eingenommen worden wären.
Durch das
Hinzufügen einer Pyrazolgruppe am A-Ring des
Stanozolol-Molkeküls erhöht sich die anabole Wirkung
des Stanozolol, was jedoch nicht ausreicht, um es als gutes
Masseaufbau-Steroid zu bezeichnen. Die anabole Wirkung des Stanozolol
ist zwar hoch und eignet sich zum Aufbau von magerer Muskelmasse,
allerdings findet ein solcher Magermasseaufbau nur sehr schleichend
statt, was bei täglichen bis zweitäglichen
Injektionen bei der Spritzenform viele Anwender auf andere Steroide
umschwenken lässt. Ein weiterer Grund, Stanozolol nicht als
Masseaufbau-Steroid zu verwenden, ist in der fehlenden Aromatisation zu
Östrogenen begründet. Als DHT-Derivat kann Stanozolol
nicht aromatisieren, wodurch das Einsatzgebiet ganz klar die
Wettkampf-Vorbereitung bzw. eine Fettabbau-Diät darstellt.
Hier wirkt Winstrol gleich auf mehreren Wegen stark
unterstützend.
Zum einen wirkt
Stanozolol stark antikatabol, der übliche Muskelverlust
während einer Diät wird bei gleichzeitiger Gabe von
Winstrol somit auf ein Minimum reduziert. Dieser Effekt beruht auf
einer verringerten Cortisolproduktion durch Stanozolol und einer
gleichzeitig unterbundenen Bindung des übrig gebliebenen
Cortisols an die entsprechenden Rezeptoren. Weniger Cortisol ist
gleichbedeutend mit weniger Muskelabbau, mehr Kraft und mehr
Biß beim Training, da geringe Cortisolspiegel in direkter
Verbindung mit erhöhter Aggressivität stehen, welche
ein hartes Training unterstützt.
Desweiteren wird
dem Stanozolol ein Anti-Progesteron-Effekt nachgesagt. Progesteron
wirkt ähnlich wie Östrogene und ist für
erhöhte Wasserspeicherung und Fettzunahmen verantwortlich.
Durch Reduzierung dieses weiblichen Hormons fällt dem Anwender
das Erreichen der erwünschten Wettkampf-Form in der Regel
leichter.
Zudem
interagiert Stanozolol mit den Aldosteron-Rezeptoren, die den
Wasserhaushalt innerhalb der Zellen regulieren. Stanozolol wirkt
hierdurch wie ein Diuretikum, also entwässernd. Ein
ähnlicher Effekt kann u.a. bei der Gabe von Drostanolon und
Trenbolon beobachtet werden. Somit erhält Winstrol nicht nur
Muskelmasse während einer Diät, sondern sorgt auch
gleichzeitig noch dafür, dass diese durch
Entwässerung des Unterhautfettgewebes ins rechte Licht
gerückt wird. Nicht umsonst ist Winstrol deshalb ein
Pflicht-Steroid in der Vorbereitungsphase der meisten
Wettkampf-Bodybuilder.
Die potentiellen
Nebenwirkungen einer Stanozolol-Anwendung äußern
sich in denen für DHT-Derivate typischen wie Haarausfall, Akne
und Prostatawachstum. Hinzu kommt eine stark negative Wirkung auf die
Cholesterinwerte und die zuvor angesprochene Lebertoxizität,
die bei der oralen Applikation höher ausfällt als bei
der injizierbaren Form. Oftmals als eher mildes Steroid bezeichnet,
greift Stanozolol jedoch merklich in den körpereigenen
Hormonhaushalt ein und sorgt für eine schnelle und intensive
Supression der endogenen Testosteronproduktion, sodass das oftmals
empfohlene kalte Absetzen des Wirkstoffs nach einer Kur wenig ratsam
erscheint.
Frauen sehen
Winstrol als optimales Steroid für einen guten Muskelzuwachs
bei geringen Nebenwirkungen an, sollten jedoch gewarnt sein, da
Virilisierungserscheinungen wie Haarausfall, Bartwuchs und
Stimmvertiefung eine bekannte Begleiterscheinung darstellen, die jedoch
dosisabhängig verläuft. Auch wenn die androgen
Komponente des
Winstrol für männliche Anwender als eher schwach
anzusehen
ist, bei Frauen, die selber kaum Androgene produzieren, kann diese
durchaus genannte Nebenwirkungen hervorrufen.
Steroid-Neulinge
verwenden Winstrol zwar häufig, speziell wenig informierte
Neueinsteiger, die sich nach einem fettfreien Traumkörper
sehnen, ratsam ist dies jedoch nicht, da diese die positiven
Eigenschaften des Stanozolol, ähnlich wie die des Drostanolon
oder Trenbolon, noch nicht ausnutzen können.
Somit sollte die Einnahme erfahrenen Athleten vorbehalten sein, die mit
Hilfe von Winstrol ihre Form verbessern möchten. Die hierbei
üblichen Dosierungen liegen bei 50-100mg jeden bis jeden
zweiten Tag, häufig in Kombination mit Testosteron Propionat,
Drostanolon und/oder Trenbolon.
Zwei Mythen, die
sich um die Winstrol-Anwendung ranken, sollen noch kurz
Erwähnung finden. Zum einen wird gesagt, Winstrol
würde, lokal injiziert, den behandelten Muskel dauerhaft
vergrößern und man könne somit eine in der
Entwicklung hinterher hinkende Muskelgruppe aufholen lassen. Dies
stimmt nur bedingt. Faktisch korrekt ist, dass der behandelte Muskel
für kurze Zeit anschwillt, was viele jedoch mit Muskelwachstum
verwechseln. Hierbei handelt es sich lediglich um eine kurzzeitige
Reizung der Injektionsstelle, da es sich bei Winstrol um in Wasser
gelöstes Stanozolol handelt - rauhe Wirkstoffkristalle, die
die Einspritzstelle verletzen. Eine solche Reizung ist allerdings
binnen weniger Tage abgeklungen und die behandelte Muskelpartie erlangt
danach ihre Ausgangsform zurück.
Der andere
Mythos besagt, dass Winstrol die Gelenke austrocknet und diese bei
Langzeitgebrauch schädigt. In wie weit dies der Wahrheit
entspricht, kann nur gemutmaßt werden. Durch die zuvor
erwähnte Entwässerung kann es durchaus zu
Gelenkproblemen bei der Anwendung von Stanozolol kommen, um
Langzeitschäden hierbei davon zu tragen, müsste
jedoch ein jahrelanger Missbrauch stattfinden, was sich auf Grund der
leberbelastenden Wirkung des Stanozolol jedoch erübrigt.
Offiziell wird
Stanozolol sowohl für die Human- als auch für die
Veterinärmedizin angeboten, ist aber in der Regel auch bei
Homebrewern und Untergrundlaboratorien erhältlich. Stanozolol
zählt seit jeher zu den klassischen Steroiden, die in einem
Atemzug mit Testosteron, Nandrolon und Dianabol genannt werden.
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