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Clenbuterol
Clenbuterol
ist ein weltweit bekanntes Medikament, welches vorrangig bei Asthma
Bronchiale verschrieben wird, einer Krankheit, bei der sich die
Atemwege verengen, was zu Luftnot führt. Clenbuterol spricht
spezielle Rezeptoren (die Beta-Rezeptoren) in der Bronchialmuskulatur
an, welche daraufhin erschlafft und entkrampft. Darüber hinaus
vereinfacht Clenbuterol den Abtransport von zähem Schleim in
den Atemwegen, was in gewissem Sinn zu einem dualen Effekt
führt. Hierauf basiert die Wirkung und die Verschreibung des
Medikaments Clenbuterol. Weitere Einsatzgebiete sind Chronische
Bronchitis und Lungenemphyseme.
Wie viele andere
Medikamente auch, ist Clenbuterol zu Dopingzwecken von Athleten
entdeckt worden. Richtig ins Rampenlicht gerückt ist dieses
Beta-2-Sympatomimetikum durch zahlreiche Dopingfälle, darunter
dem der deutschen Leichtathletin Kathrin Krabbe, die zusammen mit
Kolleginnen im Jahre 1992 positiv auf Spiropent
getestet worden war, das weltweit wohl bekannteste
Clenbuterol-Medikament.
Warum
Clenbuterol für Sportler attraktiv ist, erklärt an
erster Stelle die medizinische Indikation. Eine Erweiterung der Lungen
führt zu einer gesteigerten Luft- und somit
Sauerstoffaufnahme, was die Ausdauerleistung verbessert. Dies ist einer
Hauptgründe, warum Clenbuterol gerade bei Ausdauersportlern
beliebt war und immer noch ist.
Ein weiterer
Hauptgrund liegt in dessen Fähigkeit, die
Körpertemperatur zu erhöhen. Anwender sprechen von
einer komfortablen Erhöhung der Körpertemperatur, im
Bereich von einem halben Grad Celcius, selten mehr. Diese
Körpertemperaturerhöhung durch Clenbuterol
führt dazu, dass der Körper vermehrt Kalorien
verbrennt. Ältere Literatur spricht von
ausschließlicher Verbrennung von Körperfett, nennt
jedoch keine genauen Studien hierzu, sodass diese Aussagen
ausschließlich auf Vermutungen beruhen. Es ist vielmehr davon
auszugehen, dass Clenbuterol - ähnlich wie
Schilddrüsenhormone - Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß
in gleichem Maße verbrennt.
Auffallend beim
Thema Fettverbrennung mit Clenbuterol ist, dass nicht jeder damit seine
Ziele erreicht. Kaum ein anderer Wirkstoff spaltet die Anwender so sehr
wie Clenbuterol. Für die einen ist Clenbuterol ein wahrer
Segen, für andere wiederrum komplett nutzlos. Der Grund
hierfür kann nur gemutmaßt werden. Liegen kann dies
unter anderem an den vielen unterschiedlichen Einnahmeschemen, die
kursieren. Eine andere Möglichkeit besteht in der Verwendung
von Fälschungen, da Clenbuterol fast ausschließlich
auf dem Schwarzmarkt bezogen wird. Ein weiterer Grund könnte
eine Toleranz gegenüber dem Wirkstoff sein. Von Medikamenten,
die auf das Zentrale Nervensystem einwirken (wie u.a.
Clenbuterol dies tut), weiß man, dass der Körper mit
fortschreitender Einnahme mit einer gewissen Anpassung reagiert und
immer höhere Dosierungen für gleichbleibende
Ergebnisse verwendet werden müssen. Eine letzte
mögliche Erklärung könnte darin liegen, dass
sich eine Körpertemperaturerhöhung von einem halben
Grad nicht bei jedem gleichstark auf die Fett- bzw. Kalorienverbrennung
auswirkt.
Ein weiterer
Grund, warum Spiropent bzw. Clenbuterol von Sportlern verwendet wird,
liegt in dessen
angeblicher anabolen bzw. antikatabolen Wirkung. Clenbuterol wird
entweder zum Muskelaufbau oder zum Muskelschutz, z.B. während
einer Diät oder einer Steroid-Absetzphase, eingesetzt, um
einem Muskelabbau entgegenzuwirken. In beiden Fällen beschert
Clenbuterol nur geringe bis gar keine Ergebnisse.
Zwar ist belegt,
dass von Clenbuterol eine anabole Wirkung auf die quergestreifte
Skelettmuskulatur ausgeht, allerdings stammt dieser Beweis aus
Versuchen an Tieren und diese sind oftmals nicht auf Menschen
übertragbar. Man kann mutmaßen, dass Clenbuterol
für einen merklichen Muskelzuwachs beim Menschen in einer
Dosierung eingenommen werden müsste, bei der die
Nebenwirkungen nicht mehr tolerierbar sind.
Die angebliche
antikatabole Wirkung ist ebenso theoretischer Natur. Zwar mag der ein
oder andere Anwender bei der Verwendung von Spiropent bzw. Clenbuterol
während einer Steroid-Absetzphase zwar einen geringeren
Muskelverlust erlitten haben, als wenn er diese ohne Clenbuterol
durchgezogen hätte, jedoch kann man diesen muskelsparenden
Effekt wohl eher mit dem Krafterhalt erklären, der durch
Clenbuterol erzielt wurde - weniger durch eine direkte antikatabole
Wirkung. Was nämlich definitiv bei der Einnahme von
Clenbuterol gegeben ist, ist ein Kraftzuwachs während der
Anwendung, was jedoch nicht verwundert, da selbige Effekte von
verwandten Wirkstoffen wie Ephedrin und Coffein ausgehen.
Athleten, die
dennoch von den positiven Effekten des Clenbuterol überzeugt
sind oder aber es einfach nicht besser wissen, verwenden es nach zwei
unterschiedlichen Mustern:
2
Days On / 1 Day Off
Dieses
Einnahmeschema wurde durch ein speziell auf Clenbuterol ausgerichtetes
Buch Anfang der Neunziger Jahre gefördert. Durch den Pausentag
sollte dem Körper, bzw. in diesem speziellen Fall den
Beta-Rezeptoren, Zeit gegeben werden, sich von der Clenbuterol-Einnahme
zu erholen, was die Wirksamkeit verlängern sollte. Wie ein
paar Absätze zuvor erwähnt, entwickeln die
Beta-Rezeptoren gegenüber einer exogenen Dauerstimulation
irgendwann eine Toleranz, für gewöhnlich bereits
binnen zwei bis drei Wochen bei Dauereinnahme, wodurch Clenbuterol dann
nach genanntem Zeitraum schlichtweg seine Wirkung verliert. Die
Negativnebenwirkungen bleiben weitestgehend erhalten, während
die ohnehin geringen Vorzüge immer mehr abnehmen. Durch den
eingebauten Pausentag nach zwei Tagen der Clenbuterol-Einnahme, soll
eine Gewöhnung verhindert werden.
Dieses Schema
schaut auf den ersten Blick vielversprechend aus, enthält
jedoch einen Denkfehler. Die Halbwertszeit des Clenbuterol wird mit ca.
36 Stunden angegeben, was bedeutet, dass es ca. 3 Tage aktiv bleibt,
bis es seine Wirkung auf den Körper vollends verloren hat. Am
einnahmefreien Tag ist somit noch das Clenbuterol des Vortages aktiv,
wodurch sich die Rezeptoren natürlich nicht erholen
können.
Vier
bis sechs Wochen on evtl. in Kombination mit Liothyronin (T3)
Anwender, die um
die lange Halbwertszeit des Clenbuterol wissen, meiden oben genanntes
Schema natürlich und verwenden Clenbuterol dann lieber
täglich, wohlwissend, dass die Wirkung nach kurzer Zeit
nachlässt, weshalb der maximale Einnahmezeitraum auch auf
maximal vier bis sechs Wochen begrenzt wird. Athleten, die sich ein
wenig mit der Materie auskennen, kombinieren Clenbuterol hier mit dem
Schilddrüsenhormon Liothyronin (T3), was die Anzahl der
Beta-Rezeptoren erhöht, wodurch eine längere
Wirkdauer des Clenbuterol gegeben ist. Der Nachteil dieser Kombination
besteht im hohen Risikopotential, welches hiervon ausgeht, da beide
Wirkstoffe in etwa dieselben Nebenwirkungen aufweisen. Diese
wären speziell im Fall Clenbuterol folgende: Erhöhung
des Herzrhytmus und des Blutzuckerspiegels, Kopfschmerzen und
Muskelkrämpfe, Tremor, verstärktes Schwitzen,
Schlafstörungen und psychische Störungen. Besonders
bei Langzeitanwendung steigt zudem die Gefahr einer dauerhaften
Herzmuskelschädigung, speziell dann, wenn Clenbuterol zusammen
mit anabolen/androgenen Steroiden verwendet wird.
Die in
Sportlerkreisen übliche Dosierung liegt zwischen 20 und 160mcg
Clenbuterol pro Tag, was 1 bis 8 Spiropent-Tabletten zu 20mcg
entspricht. Im Normalfall beginnt die Einnahme mit 1 bis 2 Tabletten
pro Tag und wird dann täglich um eine weitere gesteigert, bis
das angestrebte Dosierungsmaximum erreicht ist. Frauen benutzen
für gewöhnlich weniger und kommen oftmals mit
20-80mcg Clenbuterol (= 1-4 Tabletten Spiropent) pro Tag aus.
Clenbuterol ist
in vielen Ländern erhältlich. Am bekanntesten sind
das bereits erwähnte Spiropent von Boehringer-Ingelheim,
Ventolase, Clenasma, Broncoterol und Monores. Auf dem Schwarzmarkt ist
überwiegend Spiropent in Tablettenform erhältlich
(Spiropent
Tabletten mit 20mcg [0,02mg] Clenbuterol und Spiropent mite mit 10mcg
[0,01mg] Clenbuterol),
wobei es dies auch in Saft- und Tropfenform zu erwerben gibt. Spiropent
ist, wie jedes andere Clenbuterol-Medikament auch,
verschreibungspflichtig und somit offiziell nur mit einem
entsprechenden Rezept vom Arzt erhältlich.
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