Liothyronin
(T3)
T3
ist
die Kurzbezeichnung für Liothyronin, welches eines der im
Körper natürlich
vorkommenden Schilddrüsenhormone darstellt. In Deutschland ist
das
Schilddrüsenhormon Liothyronin unter dem Handelsnamen Thybon
bekannt, wogegen Liothyronin
in Amerika und im international Bereich besser als Cytomel/Cynomel
bekannt
ist. Das Schilddrüsenhormon Liothyronin (T3, Cynomel) wird von
der Schilddrüse
nicht direkt hergestellt. Die Schilddrüse stellt lediglich das
Schilddrüsenhormon
T4 (Levothyroxin) her, welches im Körpergewebe nicht direkt
wirksam werden kann,
sondern zuvor enzymatisch in Liothyronin (Cytomel) umgewandelt werden
muss. Das
Schilddrüsenhormon Liothyronin (Cytomel) ist abgesehen vom
Schilddrüsenhormon
T2, welches jedoch nur in wenigen Gewebetypen des Körpers
aktiv werden kann,
das eigentlich wirksame Schilddrüsenhormon des
Körpers.
Die
Aufgabe des Schilddrüsenhormons Liothyronin (Cytomel) besteht
im Körper darin,
den oxidativen Stoffwechsel von Fett, Kohlenhydraten und Protein zu
regulieren.
Unter dem oxidativen Stoffwechsel versteht man die Verbrennung von
Nährstoffen
zum Zweck der Energiegewinnung. Diese Verstoffwechslung findet in den
Mitochondrien (auch als Kraftwerte der Zellen bezeichnet) statt, wobei
ATP
gebildet wird, welches als chemischer Träger für die
produzierte Energie dient.
ATP dient den Muskeln als primäre Energiequelle für
die Kontraktion.
Wenn der
Spiegel des Schilddrüsenhormons Liothyronin steigt - wie dies
unter anderem
dann der Fall ist, wenn das Schilddrüsenhormon Liothyronin in
Form von
Tabletten zugeführt wird -, dann wird hierdurch der
Stoffwechselumsatz erhöht,
was nichts anderes bedeutet, als dass der Körper mehr Kalorien
in Form von
Fett, Kohlenhydraten und Protein verbrennt und mehr ATP produziert.
Diese
gesteigerte Stoffwechselaktivität und der höhere
Energieverbrauch beruhen zum
Teil auf einer gesteigerten Herz-Kreislauf Leistung, was nichts anderes
bedeutet, als dass das Herz schneller schlägt und die
Kontraktionen des
Herzmuskels kraftvoller ausfallen. Alleine durch diese gesteigerte
Herzaktivität verbraucht bei einem stark erhöhten
Schilddrüsenhormon-Spiegel
etwa ein Drittel des produzierten ATPs.
Eine
weitere Wirkung eines gesteigerten Spiegels des
Schilddrüsenhormons Liothyronin
beruht auf einer durch das Schilddrüsenhormon Liothyronin
(Cytomel)
gesteigerten Produktion so genannter entkoppelnder Proteine innerhalb
der
Mitochondrien. Diese Proteine entkoppeln die ATP Synthese von der
Atmung und
bewirken im Endeffekt nichts anderes, als dass die Energieproduktion
innerhalb
der Mitochondrien ineffektiver wird. Ineffektiv bedeutet in diesem
Fall, dass
mehr Energie in Form von Wärme freigesetzt wird und somit
„verlogen geht“, da
sie nicht für de ATP Produktion verwendet wird. Dies bedeutet,
dass der Körper
bereits im Ruhezustand deutlich mehr Kalorien verbraucht –
mit anderen Worten
gesagt verbrennt man schon dann mehr Kalorien, wenn man
untätig herumsitzt.
Interessant ist auch die Tatsache, dass das Schilddrüsenhormon
Liothyronin (Cynomel)
die Wachstumshormon-Produktion steigert. Da Wachstumshormone die
Fettverbrennung anregen, könnte dies ein weiterer Mechanismus
sein, über den das
Schilddrüsenhormon Liothyronin die Fettverbrennung steigert.
An
dieser Stelle wird das Haupteinsatzgebiet für das
Schilddrüsenhormon Liothyronin
(Cytomel) deutlich:
eine Steigerung des
Kalorienverbrauchs und der Fettverbrennung im Rahmen einer
Diät oder der
Wettkampfvorbereitung. Bei Wettkampathleten besitzt das
Schilddrüsenhormon Liothyronin
(Cytomel) den Ruf, dass es mit seiner Hilfe möglich ist auch
die letzten
hartnäckigen Fettpölsterchen loszuwerden. Beim
Einsatz des Schilddrüsenhormons
Liothyronin (Cynomel) im Rahmen einer Diät mit
eingeschränkter Kalorienzufuhr
sollte jedoch dringend beachtet werden, dass alle
Schilddrüsenhormone und
Liothyronin im Besonderen eine katabole Wirkung besitzen. Die
Mitochondrien
ziehen bei einem erhöhten Spiegel des
Schilddrüsenhormons Liothyronin (Cytomel)
in gleichem
Maße Fett, Kohlenhydrate und
Protein zur Energiegewinnung heran, was zu einem deutlichen
Muskelverlust
führen kann. Aus diesem Grund sollte das
Schilddrüsenhormon Liothyronin
(Cytomel) genau wie andere Schilddrüsenhormone auch nur in
Verbindung mit
anabolen Steroiden eingesetzt werden, welche dem durch
Schilddrüsenhormone
verstärkten Proteinabbau entgegen wirken.
Neben
dem Einsatz im Rahmen einer Diät kann das
Schilddrüsenhormon Liothyronin (Cytomel)
in Verbindung mit anabolen Steroiden auch zur Unterstützung
des Muskelaufbaus
eingesetzt werden, da das Schilddrüsenhormon Liothyronin
(Cytomel) den
Proteinstoffwechsel anregt, was in einer gesteigerten Proteinsynthese
und
schnellerem Muskelaufbau resultiert. Für diesen Einsatzzweck
reichen beim
Schilddrüsenhormon Liothyronin (Cynomel) Dosierungen im
Bereich
von 25 bis
maximal 50 mcg völlig aus.
Das
Schilddrüsenhormon Liothyronin (Cynomel) wird im Rahmen der
Diät in Dosierungen
von 50 bis 100 mcg pro Tag eingesetzt. Frauen orientieren sich hierbei
am
unteren
Wert der Einnahmemenge, da Schilddrüsenhormone bei
ihnen mehr dazu
neigen unerwünschte Nebenwirkungen hervorzurufen als bei
Männern.
Die
Einnahme des Schilddrüsenhormons Liothyronin (Cytomel) beginnt
erfahrungsgemäß
mit einer
Tablette a 25mcg und wird im Abstand von 3 bis 4 Tagen jeweils um
25mcg
gesteigert. Die Maximaldosierung liegt beim
Schilddrüsenhormon
Liothyronin (Cytomel) bei 100-150mcg. Da das
Schilddrüsenhormon
Liothyronin (Cynomel) eine Halbwertszeit von nur einigen Stunden
besitzt, teilen Anwender die Einnahme in mehrere über den Tag
verteilte Einzeldosen auf. Da
Kalzium Schilddrüsenhormone im
Verdauungstrakt bindet und unwirksam macht, darf das
Schilddrüsenhormon
Liothyronin (Cytomel) nicht in Verbindung mit kalziumhaltigen
Mineralstoffpräparaten oder Milch eingenommen werden. Das
Schilddrüsenhormon
Liothyronin (Cynomel) sollte frühestens 2 Stunden nach dem
Verzehr kalziumreicher
Nahrungsmittel eingenommen werden und für die Dauer von 2
Stunden nach der
Einnahme des Schilddrüsenhormons Liothyronin (Cytomel) sollte
kein Kalzium über
die Nahrung zugeführt werden.
Die
Einnahmedauer des Schilddrüsenhormons Liothyronin (Cynomel)
überschreitet 6 Wochen
in der Regel nicht, um eine zu starke Unterdrückung
der körpereigenen
Schilddrüsenhormonproduktion zu vermeiden. Um es der
Schilddrüse zu ermöglichen,
ihre Funktion langsam wieder nach oben zu fahren, schleichen viele
Athleten das
Schilddrüsenhormon Liothyronin (Cytomel) langsam
aus. Hierfür genügt
es, die Dosis des Schilddrüsenhormons Liothyronin (Cynomel)
alle 3 bis 4 Tage
um 25 mg zu reduzieren. Andere Experten empfehlen einen Verzicht auf
das
Ausschleichen, da die Schilddrüse auch nach langfristiger
Einnahme ihre
Funktion bald wieder aufnimmt. Auch wenn dies den Tatsachen entspricht,
hat die
Variante des Ausschleichens den Vorteil eines fließenden
Übergangs.
Für
eine
Diät wird das Schilddrüsenhormon Liothyronin
(Cytomel) in der Praxis gerne mit
Clenbuterol
kombiniert. Dies könnte auch deshalb Sinn machen,
weil es Hinweise
darauf gibt, dass das Schilddrüsenhormon Liothyronin (Cynomel)
die Beta 2
Rezeptoren heraufreguliert, wodurch die Wirkung von Clenbuterol und
anderer
Beta Rezeptor Antagonisten wie Ephedrin
verstärkt
würde.
Eine
Kombination des Schilddrüsenhormons Liothyronin (Cytomel) mit
Wachstumshormon
ist hingegen nicht empfehlenswert, da es Hinweise darauf gibt, dass das
Schilddrüsenhormon
Liothyronin (Cynomel) die durch Wachstumshormon bewirkte
verstärkte
Stickstoffeinlagerung reduziert.
Nebenwirkungen
einer Einnahme des Schilddrüsenhormons Liothyronin (Cynomel)
können
Herzklopfen, Kurzatmigkeit, verstärktes Schwitzen,
Übelkeit, Kopfschmerzen,
Nervosität und Muskelabbau umfassen. Meist führt eine
Reduzierung der Dosis des
Schilddrüsenhormons Liothyronin (Cytomel) zu einer Reduzierung
der
Nebenwirkungen. Die oft geäußerten Bedenken
bezüglich einer permanenten
Unterdrückung der Schilddrüsenfunktion durch die
Einnahme des
Schilddrüsenhormons Liothyronin (Cynomel) dürfte wohl
eher in den Bereich der
modernen Legenden gehören, falls nicht bereits vor der
Einnahme des
Schilddrüsenhormons Liothyronin (Cynomel) eine
gestörte Schilddrüsenfunktion
vorlag. Die wissenschaftliche Literatur zeigt, dass eine gesunde
Schilddrüse
selbst nach jahrelanger Einnahme des Schilddrüsenhormons
Liothyronin (Cytomel)
ihre normale Funktion recht bald wieder aufnimmt.
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