Tiratricol
Auch
wenn das Schilddrüsenhormon Tiratricol dem Bereich der
Schilddrüsenhormone zugeordnet wird, handelt es sich bei
Tiratricol genau genommen um ein im Körper natürlich
vorkommendes Stoffwechselprodukt
des Schilddrüsenhormons Liothyronin
(siehe Cytomel/Cynomel).
Das Schilddrüsenhormon
Tiratricol ist im Handel unter den Namen Triacana, Triav, Trimag und
Teatrois
erhältlich. In Europa ist das Schilddrüsenhormon
Tiratricol nur in
Frankreich unter den Namen Teatrois und Triacana erhältlich.
In der
Schulmedizin wird das Schilddrüsenhormon Tiratricol zur
Behandlung
einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt. Dies mag
auf den ersten Blick nicht
unbedingt logisch wirken, wenn man jedoch weiß, dass das
Schilddrüsenhormon Tiratricol einerseits die
körpereigene Schilddrüsenhormon-Produktion
unterdrückt und andererseits schwächer als das im
Körper aktive
Schilddrüsenhormon Liothyronin wirkt und auch nur einen
Bruchteil von
dessen Wirkungen besitzt, dann ist diese Vorgehensweise durchaus
logisch.
Um Tiratricol
besser verstehen zu können, ist es
notwendig, einen kurzen Blick auf die Schilddrüsenhormone des
Körpers zu werfen.
Die Schilddrüse produziert das Schilddrüsenhormon
Levothyroxin (Euthyrox, T4),
welches im Körpergewebe inaktiv ist und erst mit Hilfe des
Enzyms Dejodinase in
das aktive Schilddrüsenhormon Liothyronin umgewandelt werden
muss.
Das Schilddrüsenhormon Liothyronin ist im Körper
für die Regulierung
des Stoffwechselumsatzes verantwortlich. Je höher die Spiegel
des
Schilddrüsenhormons Liothyronin im Körper sind, desto
mehr Kalorien
verbrennt der Körper im Ruhezustand.
Schilddrüsenhormone
werden im Bodybuilding eingesetzt, um einerseits die während
einer Diät
unterdrückte körpereigene
Schilddrüsenhormonproduktion auszugleichen, und
andererseits die Stoffwechselrate zu erhöhen, so dass mehr
Kalorien und damit auch
mehr Fett verbrannt werden. Weiterhin steigern
Schilddrüsenhormone den
Proteinstoffwechselumsatz, was in Verbindung mit einer höheren
Proteinzufuhr
und der Anwendung anaboler Steroide die Proteinsyntheserate steigern
kann.
Was
unterscheidet Triacana von den beiden
Schilddrüsenhormonen Liothyronin und Levothyroxin?
Da es sich beim Schilddrüsenhormon Tiratricol wie bereits
erwähnt um
einen Abkömmling des Schilddrüsenhormon Liothyronin
handelt,
besitzt es nicht das volle Wirkungsspektrum des Liothyronin. Genau
genommen besitzt Triacana lediglich eine
unterdrückende Wirkung auf die körpereigene
Schilddrüsenhormon-Produktion
und eine thermogene Wirkung im braunen Fettgewebe, welche den
Stoffwechselgrundumsatz anhebt.
Im
Vergleich zur Wirkung des Schilddrüsenhormons Liothyronin ist
die
Wirkung des Tiratricol eher mild, weshalb
vom Triacana erheblich größere Mengen
eingenommen
werden. Ein positiver Aspekt des Tiratricol ist, dass
es die körpereigene Schilddrüsenhormon-Produktion
nicht so stark
unterdrückt wie die Schilddrüsenhormone Liothyronin
und
Levothyroxin. Die körpereigene
Schilddrüsenhormon-Produktion
erreicht bereits zwei bis drei Wochen nach dem Absetzen Tiratricol
(Triacana) wieder ihre normale Höhe.
Genau
wie andere Schilddrüsenhormone wirkt auch das
Schilddrüsenhormon Tiratricol (Triacana)
katabol. Es wird deshalb nur in Verbindung mit anabolen Steroiden
eingenommen, um so einem Muskelabbau vorzubeugen. Dieser Muskelabbau beruht
darauf,
dass der Energiebedarf aufgrund eines gesteigerten Stoffwechselumsatzes
in
gleichem Maße über die Nährstoffe Fett,
Kohlenhydrate und leider auch Protein
gedeckt wird.
Beliebt
ist auch die Kombination des Schilddrüsenhormons Tiratricol
(Triacana) mit
anderen die Fettverbrennung fördernden Präparaten wie
Clenbuterol, Ephedrin
oder Yohimbin.
Hierdurch wird zwar die Gesamtwirkung bezüglich der
Körperfettreduktion gesteigert und die appetithemmende Wirkung
von Ephedrin
kann ein gutes Hilfsmittel gegen die mit Tiratricol in Verbindung
stehenden Hungerattacken sein, doch im Endeffekt steigen durch
die kombinierte Einnahme Triacana mit
anderen zentral anregend wirkenden Verbindungen die Belastung
für das
Herz-Kreislauf System und die Wahrscheinlichkeit für ein
Auftreten
unerwünschter Nebenwirkungen stark an.
Das
Schilddrüsenhormon Tiratricol gibt es nur als Tabletten mit
0,35 mg
Wirkstoffgehalt. Die übliche Einnahmemenge liegt zwischen 10
und 14 Tabletten pro Tag. Wie bei allen
Schilddrüsenhormonen wird auch das Tiratricol zu Beginn der
Einnahme eingeschlichen, um dem Körper die
Möglichkeit zu
geben, sich an die gesteigerte Menge zu gewöhnen.
Hierfür wird in der Regel am
ersten Tag mit einer Dosierung von 2 Tabletten begonnen,
welche an den folgenden Tagen jeweils um zwei
Tabletten erhöht wird, bis man die gewünschte
Maximaldosierung erreicht hat.
Da das
Tiratricol nur eine Halbwertszeit von 5 bis 7
Stunden hat, erfolgt die Einnahmefür gewöhnlich gleichmäßig auf 3
bis 4 über den Tag verteilte
Einzelgaben, um einen gleichmäßigen
Wirkstoffspiegel im
Körper zu erreichen. Die Einnahmedauer des Triacana liegt in
der Praxis zwischen 4 und 12
Wochen, wobei die Einnahmemenge am Ende der Einnahmephase
erfahrungsgemäß ausgeschlichen wird. Hierfür wird die Einnahmemenge jeden zweiten Tag um
zwei Tabletten reduziert. So hat der Körper die
Möglichkeit, sich an die sinkende Wirkstoffmenge zu
gewöhnen. Es gibt jedoch auch
Experten, die der Meinung sind, dass man das
Schilddrüsenhormon Tiratricol (Triacana)
nicht ausschleichen sollte, da hierdurch der Zeitraum bis zur
vollständige
Normalisierung der körpereigenen
Schilddrüsenhormon-Produktion nur weiter
verlängert wird.
Auch
wenn Tiratricol eine mildere Wirkung als das
Schilddrüsenhormon Liothyronin (Cytomel/Cynomel) besitzt,
können auch beim Schilddrüsenhormon
Tiratricol (Triacana) Nebenwirkungen auftreten. Diese umfassen unter
anderem
extremes Schwitzen, Zittern, Übelkeit, eine erhöhte
Herzfrequenz,
Schlaflosigkeit, innere Unruhe und Durchfall. Aufgrund der sehr kurzen
Halbwertszeit des Tiratricol ist auch die Dauer
dieser Nebenwirkung kürzer, wenn anschließend die
Dosierung reduziert oder die
Einnahme abgebrochen wird.
Ein
großer Nachteil des Schilddrüsenhormons Tiratricol
(Triacana) ist sein
vergleichsweise hoher Preis von bis zu 1,00 Euro pro Tablette. Wenn
man
bedenkt, dass die Tagesdosis bei
10 bis 14 Tabletten liegt, dann wird die Anwendung im Vergleich zur Anwendung
des Schilddrüsenhormons Liothyronin zu einer recht teuren
Angelegenheit. Wenn man weiterhin bedenkt, dass die Wirkung des
Tiratricol deutlich schwächer als die des
Schilddrüsenhormons
Liothyronin ist, die Nebenwirkungen beider Stoffe jedoch
ähnlich
stark ausgeprägt sind, dann ergibt sich hieraus, dass das
Tiratricol nicht unbedingt die erste Wahl für Athleten darstellt, die
Schilddrüsenhormone zum Zweck des Fettabbaus einsetzen
möchten.
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